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Weinberg

Die Rebe lebt von Licht, Wärme und Wasser

Licht und Wärme braucht die Rebe. Die Qualität des Weins hängt aber noch von weiteren Faktoren ab: Von dem Boden, der sie nährt, und von der Art der Bepflanzung. So heißt es: Die Pflanze braucht Stress, denn je weniger Trauben sie trägt, desto hochwertiger sind die einzelnen Beeren. Weinberg
Diese Erkenntnis führt zu einer nur scheinbar paradoxen Strategie: Manche Winzer pflanzen ihre Rebstöcke besonders dicht, und zwar nicht, um einen besonders hohen Ertrag zu erzielen, sondern um den Konkurrenzdruck der Pflanzen untereinander zu erhöhen.

Auf engem Raum
müssen die Reben ein tiefes Wurzelwerk ausbilden, damit sie an die Nährstoffe aus dem Boden gelangen. Auch ihre Blätter sind aktiver. Auf diese Weise bildet die einzelne Rebe nur wenige Trauben aus, die aber optimal versorgt sind und ein besonders konzentriertes Extrakt besitzen – die Grundlage für charakterstarke Weine.
Weinberg Eine andere Strategie folgt pragmatischen Gesichtspunkten: Werden die Rebstöcke in größerem Abstand voneinander gepflanzt, kann der Winzer seinen Weinberg mit dem Traktor befahren. Die Distanz mindert auch das Risiko des Schädlingsbefalls. Die einzelne Rebe trägt viel mehr Früchte, als es bei der dichten Bebauung der Fall ist. Jedoch sind die Trauben nicht so konzentriert.
Welcher Art der Bepflanzung der Winzer den Vorzug gibt, hängt nicht zuletzt von der Lage seines Weinbergs ab. Die enge Bestockung eignet sich nur in flachen oder leicht gängigen Lagen.
 
Das Klima
Klima: Säure/Zucker: Geschmack:
viel Sonne, hohe Temperaturen
viel Zucker, wenig Säure milder, säurearmer Wein recht ausdruckslos
viel Regen, niedrige Temperaturen wenig Zucker, viel Säure saurer, harter Wein
ausgewogene Sonne, Regen, Temperatur gutes Säure/Zucker Verhältnis spritziger, milder
fruchtiger Wein
 
Die Lage

Licht unterstützt die Photosynthese, die Ernährung der Rebe mit Energie; Wärme braucht sie für die Reife ihrer Früchte. Die ideale Temperatur für die Rebe liegt bei 25 bis 28° Celsius. Aus diesem Grund ist der Hang die optimale Lage für Weinberge: In Anbaugebieten mit kühlerem Klima nutzt man den Einfallswinkel und die Intensität der Sonne am Hang sowie die laue aufsteigende Talluft. In heißen Ländern wie Australien, Chile oder Kalifornien machen die Winzer sich die sinkende Temperatur in zunehmender Höhe zunutze.
 
Der Boden

Der Boden nährt die Pflanze. Ist er tief oder flach? Trocken oder feucht? Welche Mineralien enthält er? All diese Faktoren bestimmen unter anderem, welche Rebsorte gedeiht und welche Qualität sie hervorzubringen vermag. Aber eine Faustregel gibt es dafür nicht; tatsächlich werden gerade auch in Übersee aus derselben Rebsorte wunderbare Qualitäten auf ganz anderen Böden als in Europa erzeugt.
Voraussetzung für eine hohe Qualität der Traube ist ein trockener, flacher Boden. Ein tiefer Boden, der viel Wasser zu speichern vermag, eignet sich hingegen eher für die Massenproduktion.
Bodenarten: Gebiete und Rebsorten:
Kiesboden Médoc: Cabernet, Merlot, Malbec
Granit Beaujolais: Gamay
Mergel Chablis: Chardonnay
Kalkboden Burgund: Pinot Noir, Chardonnay
Schiefer Mosel: Riesling
Kreideboden Champagne: Pinot Noir, Chardonnay
Vulkanischer Boden Tokaji: Furmint
Terra Rossa Coonawarra (Australien): Syrah (auch: Shiraz), Cabernet Sauvignon, Riesling
 
Die Arbeit im Weinberg
Die Rebe verlangt weit mehr Pflege als andere Obstkulturen. Sorgt der Winzer auch noch aufmerksam für den Boden, wird er belohnt: denn hier werden die Weichen gestellt für die Qualität des Weins.

Im modernen Weinbau hat sich – jedenfalls gilt dies für die Industrienationen – die Mechanisierung durchgesetzt. Mulchen, Pflügen, Düngen, Schädlingsbekämpfung: Mit kleinen Traktoren befahren die Winzer ihre Weinerge; dicht bepflanzte Weinberge werden mit Hilfe von Traktoren bearbeitet, die über die Rebzeilen hinweg fahren. Weinterrassen lassen sich nur schwer mechanisch bearbeiten. Hier wird teilweise – wie früher – manuell gearbeitet. Nachteil der Maschinen: Ihr Gewicht verdichtet den Boden; der Winzer muss etwas für die Belüftung tun.

Ursprünglich wuchs die Weinrebe einmal auf Bäumen, sie ist ein Lianengewächs. Ihren Drang zu klettern unterstützt der Weinbauer mit Drähten, Stützen oder Holzgestellen. Vom Rebschnitt hängt es ab, ob Quantität oder Qualität erzielt wird. Konkret: Wie viele Augen (Knospen) verbleiben dem Stock? Zwei bis drei Trauben wird jeder Trieb ausbilden, der aus einem Auge entsteht.

Der moderne Weinberg ist eine Monokultur. Dies macht ihn für Krankheiten und Schädlinge anfällig – Viren, Bakterien, Pilze, Milben, Insekten. Während man früher gern kritiklos mit Hilfe der Chemie gegen die Feinde der Reben anging, stehen heute mehr und mehr Winzer ökologischen Denkweisen offen gegenüber. Die integrierte Anbauweise nutzt andere, weitsichtig durchdachte Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung: Man wählt natürliche Produkte und setzt sie zu einem Zeitpunkt ein, der sich nach dem biologischen Zyklus des Schädlings und des Rebstocks richtet. Das biologische Denken schlägt sich auch bei der Düngung nieder. Die Prinzipien der integrierten Anbauweise folgen einem strengen Auflagenkatalog. Die Umstellung der Anbauweise braucht allerdings Zeit.
 
Die Weinlese
Im August erreicht die Traube ihre Reife, die Beeren färben sich und verdoppeln ihre Größe, die Haut wird dünner. Die Weinlese im September ist der Höhepunkt des Weinjahres. In warmen Regionen beginnt die Lese früher, in kühleren später. Allerdings hängt der exakte Zeitpunkt von der Sorte, von der Witterung und – vom Winzer ab: Er entscheidet, ob er vollreife, überreife oder edelfaule Trauben lesen will. Überreife Trauben bleiben einfach länger am Stock hängen. Sie geben weniger, aber konzentrierteren Most für Spät- und Auslesen. Aus edelfaulen Beeren gewinnt der Winzer edelsüße Weine. Sie bleiben ebenfalls lange am Rebstock hängen, schrumpeln und gelangen schließlich von der Überreife ins Fäulnisstadium.

Ob traditionelle Weinlese mit der Hand oder Maschinenlese hängt ab vom Traditionsbewusstsein des Winzers, von den örtlichen Bedingungen, aber auch von den Kosten – Maschinen arbeiten schneller und billiger. Aber sie haben auch ihre Nachteile: Sie sortieren nicht die unreifen von den vollreifen, die gesunden von den faulen Trauben und man kann sie nur in einigermaßen flachem Gelände einsetzen. Ist der Weinberg steil, sind die Parzellen klein, die Rebstöcke alt und niedrig empfiehlt sich die manuelle Lese. Mit der spitzen Rebschere schneiden die Weinleser die reifen Trauben vom Stiel, sammeln sie in Eimern und Anhängern und bringen sie schnell zur Kelter, damit der Saft nicht vor dem Pressen gärt.
 
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